Nicht jede Einzelkrone ist automatisch ein einfacher Chairside-Fall. Zwei Versorgungen können auf dem Behandlungsplan ähnlich aussehen und im digitalen Workflow dennoch sehr unterschiedliche Anforderungen stellen. Während sich manche Versorgungen effizient in einem Termin realisieren lassen, erfordern andere eine umfangreichere Planung.
Digitale Chairside-Workflows bieten sich insbesondere dann an, wenn klinische Ausgangssituation, Materialanforderungen und organisatorischer Ablauf zusammenpassen. Deshalb sollten die wichtigsten klinischen Rahmenbedingungen bereits vor der digitalen Planung berücksichtigt werden.
Wie viel Platz steht zur Verfügung?
Wie groß ist der Defekt?
Wie stabil ist die Restzahnhartsubstanz?
Gibt es funktionelle Risiken wie Bruxismus oder eine auffällige Okklusion?
Und wie hoch ist der ästhetische Anspruch des Patienten?
GGut planbare CAD/CAM-Fälle zeichnen sich häufig durch überschaubare Defektgrößen, ausreichendes Platzangebot, zielführende Präparationsmöglichkeiten und eine gut kontrollierbare Funktion aus. Je eindeutiger diese Voraussetzungen sind, desto leichter lässt sich der digitale Workflow standardisiert und effizient umsetzen.
Genauer hinsehen sollten Zahnärztinnen und Zahnärzte bei begrenztem Platzangebot, stark reduzierter Zahnhartsubstanz, hohen funktionellen Belastungen oder besonderem ästhetischem Anspruch. In diesen Situationen entscheidet nicht ein einzelner Faktor über den Erfolg, sondern das geplante Zusammenspiel aus Präparation, Design, Material und zahnärztlicher Expertise.
Erfolgreiche CAD/CAM-Fälle in der Zahnarztpraxis beginnen nicht erst mit dem Material und auch nicht erst in der Software. Sie beginnen mit der richtigen Einschätzung des Falls. Wer klinische Voraussetzungen, Materialanforderungen und Prozessschritte frühzeitig zusammen denkt, schafft die Grundlage für effiziente, reproduzierbare und nachhaltige digitale Versorgungen.